2. Die Gegenwart von Krieg und Gewalt: Die letzten Monate und Tage des Krieges, Borneffs fotografischen Zeugnisse des Absturzes eines amerikanischen Bombers und die schweren Bombenschäden mit Todesopfern am 8. April 1945 in unmittelbarer Nachbarschaft seines Wohnhauses waren von geradezu traumatischer Wirkung für sein späteres Werk. Zerstörung, Vernichtung, Entmenschlichung und Tod bleiben ein immer wiederkehrendes Motiv – wie beispielsweise in der Lithografie über einen Flugzeugabsturz oder in einem Hitlerbild vor dem Trümmerfeld einer Stadt. Gewalt und Tod sind auch das Motiv einer Kohlezeichnung „Kanonen“ bzw. einer Kugelstiftzeichnung „Friedhof“. Eine Radierung mit dem sarkastischen Titel „Schöne Frau – zwei Kretins“ zeigt die vollkommene Deformation von Menschen als Folge des Atomangriffs von Hiroshima.
In der Ausstellung „Krieg und Nachkriegszeit“ (Rückertstraße 3, Coburg) verdichten sich Biografie und Zeitgeschichte zu einer klaren Bildsprache. Das Motiv legt die Schmerzensspur der Kriegsjahre frei: Zerstörung, Entmenschlichung und die lange Wirkung von Gewalt. Zwischen Licht und Schatten formt sich ein Gedanke, der länger wirkt als ein Blick. Die Schwere des Krieges legt sich als feiner Staub über das Motiv.
Durch die Führung begleitete Rupert Appeltshauser, langjähriger ehrenamtlicher Kulturvermittler (Initiative Stadtmuseum Coburg e.V., seit 17.06.2025 stellvertretender. Vorsitzender). Verantwortlich für die Umsetzung: „Wirgestalten e.V.“ – Studierende der Hochschule Coburg aus Produktdesign, Innenarchitektur und Architektur. Die Dokumentation erfolgte am 5. Mai 2025 bei einer vom BDS (Bund der Selbstständigen) organisierten Führung. Eröffnung am 22.03.2025, Verlängerung bis 11.05.2025.
Herzlichen Dank auch an die Städtischen Sammlungen Coburg (SSC) für die Erlaubnis, die Bilder auf meiner Website veröffentlichen zu dürfen.
Bilddaten: Lithografie „Adolf der Nazi“, 1974, 48 × 49 cm (Fundus der Städtischen Sammlungen Coburg).



