Unter dem Titel „Krieg und Nachkriegszeit“ zeigt Coburg (Rückertstraße 3) eine präzise kuratierte Werkschau Karl F. Borneffs. Die Exponate verbinden Biografie und Zeitgeschichte und zeigen Borneffs präzisen Blick auf Motiv, Komposition und Material. Zum einen zeigt die Ausstellung in eindringlicher Weise die persönliche Verarbeitung und Umsetzung der Erlebnisse des Künstlers zum Kriegsende und in der Nachkriegszeit in seiner Heimatstadt in Form von Bildern, Grafiken, Skizzen oder Kohlezeichnungen aus dem Konvolut seiner Schaffenszeit. Zum anderen die in Folge daraus entstandene, fast traumatische Prägung Karl F. Borneffs, mit zeitkritischen und provokanten Werken an den Grundfesten des sozialen Gefüges zu rütteln. Mit Ironie, Sarkasmus und einem klaren realitätsbezogenen Blick auf die Schattenseiten des im Nachkriegsdeutschland boomenden Wirtschaftswunders hat er sich weite Jahre darüber hinaus vieler sozialer Themen wie Ausgrenzung, Isolation, Unterdrückung, Ausbeutung und auch den Umweltsünden mittels seiner Werke angenommen.
Der Tisch mit den Collagen, die jeder Besucher gemäß seiner Gedanken, Inspirationen, Erinnerungen oder Eindrücken eigenständig kreieren konnte, zeigt mit seinen „Werken“, wie intensiv sich die Besucher mit der Thematik befassten. Eine prima Idee, die Menschen in die Zeitgeschichte einzubinden, und sie dazu zu bewegen, sich mit den Themen des Künstlers auseinander zu setzen. Ein weiterer kleiner Ausschnitt des Tisches im Detail. Die hier gezeigten Aufnahmen entstanden am 5. Mai 2025 im Rahmen einer vom Bund der Selbstständigen (BDS) angebotenen Führung.
Geleitet wurde die Führung von Rupert Appeltshauser, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Coburger Kulturarbeit engagiert (Initiative Stadtmuseum Coburg e.V.). Die Projektrealisierung lag bei „Wirgestalten e.V.“ – einem Netzwerk von Produktdesign-, Innenarchitektur- und Architekturstudenten der Hochschule Coburg.
Die Ausstellung startete am 22. März 2025 und lief in verlängerter Form bis zum 11. Mai 2025.
Herzlichen Dank an die Städtischen Sammlungen Coburg (SSC) für die Erlaubnis, die Bilder auf meiner Website veröffentlichen zu dürfen.



