Image Staffeleien

Wählen Sie die Bildrechte

Dieses Produkt ist derzeit ausverkauft und nicht verfügbar.

1. Biografisches: Die Werke dieses Raumes geben Aufschluss über Borneffs erste Anstöße seiner Künstlerkarriere. Die Kreidezeichnungen seiner Groß- und Urgroßeltern aus dem Jahr 1945 zeigen mit den Ausdrucksmitteln des Realismus einen für einen Jugendlichen von fünfzehn Jahren außerordentlich hohen Grad stilistischer Vollendung. Der Blick aus dem Fenster auf die Hinterhöfe von Borneffs Elternhaus, impressionistisch inspiriert in Tempera, dürfte in den 50er Jahren entstanden sein. Die drei Selbstbildnisse in Tempera aus der Studienzeit an der Münchner Akademie lassen Einflüsse des Expressionismus erkennen. Die Coburger Schau „Krieg und Nachkriegszeit“ (Rückertstraße 3) verdeutlicht Borneffs Themen und Techniken mit eindringlicher Ruhe. Das Exponat bindet Biografie und Zeitgeschichte zusammen und zeigt Borneffs präzisen Blick auf Motiv, Komposition und Material.

So, oder so ähnlich könnte wohl der Schaffensraum des Künstlers ausgesehen haben. Die hier gezeigten Aufnahmen entstanden am 5. Mai 2025 im Rahmen einer vom Bund der Selbstständigen (BDS) angebotenen Führung. Zum einen zeigt die Ausstellung in eindringlicher Weise die persönliche Verarbeitung und Umsetzung der Erlebnisse des Künstlers zum Kriegsende und in der Nachkriegszeit in seiner Heimatstadt in Form von Bildern, Grafiken, Skizzen oder Kohlezeichnungen aus dem Konvolut seiner Schaffenszeit. Zum anderen die in Folge daraus entstandene, fast traumatische Prägung Karl F. Borneffs, mit zeitkritischen und provokanten Werken an den Grundfesten des sozialen Gefüges zu rütteln. Mit Ironie, Sarkasmus und einem klaren realitätsbezogenen Blick auf die Schattenseiten des im Nachkriegsdeutschland boomenden Wirtschaftswunders hat er sich weite Jahre darüber hinaus mit vielen sozialen Themen wie Ausgrenzung, Isolation, Unterdrückung, Ausbeutung und auch den Umweltsünden mittels seiner Werke auseinandergesetzt.

Zur Führung gab Rupert Appeltshauser, ehrenamtlich in der Kulturarbeit aktiv; seit 17.06.2025 stellvertretender Vorsitzender der Initiative Stadtmuseum Coburg e.V, auch ausführliche Informationen zu den Exponaten. Die Projektrealisierung lag bei „Wirgestalten e.V.“ – einem Netzwerk von Produktdesign-, Innenarchitektur- und Architekturstudenten der Hochschule Coburg. Die Ausstellung startete am 22. März 2025 und lief in verlängerter Form bis zum 11. Mai 2025.

Vielen Dank an Herrn Appeltshauser für seine Hilfe und Bemühungen zur Textgestaltung. Die Texte der Themenkreise wurden von ihm verfasst und 1:1 übernommen. Herzlichen Dank auch an die Städtischen Sammlungen Coburg (SSC) für die Erlaubnis, die Bilder auf meiner Website veröffentlichen zu dürfen.

Bilddaten: Auswahl aus dem Fundus der Städtischen Sammlungen Coburg; Technik, Jahr und Maße nach Ausstellungsbeschilderung.